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J wie Ja-Wort

Bestimmt alle, die irgendwann den „Bund fürs Leben“ geschlossen haben, können sich noch gut an den Moment der Wahrheit erinnern, als die Frage nach dem Ja gestellt wurde. Egal ob vor dem Altar oder beim Standesamt, der Augenblick ist ein Besonderer, denn er besiegelt ein Versprechen. Und selbst die, die den Gang zum Altar scheuen und lieber in „freier Ehe“ zusammen leben, spüren trotzdem das „Gelübde“, das auf vielen Beziehungen zu lasten scheint.


Gerade in amerikanischen Liebes-Filmen wird häufig dieses Thema aufgegriffen, dass einer der Partner sein Ehegelübde gebrochen hat und der Andere nun maßlos enttäuscht und desillusioniert zurück bleibt.

Vielleicht ist dieses Ja-Wort nur einfach gänzlich falsch verstanden worden? Wie wäre es, wenn unter dem Ja nicht der Schwur zur ewigen Liebe und Treue, den  keiner wirklich schwören kann, gemeint ist? Kein Mensch auf dieser Welt kann ewige Liebe schwören, auch wenn der Wunsch und Wille zu 100 % vorhanden ist,  denn das Leben ist ein dynamischer Prozess, in der die einzige Konstante, die der permanenten Veränderung ist.


Wie wäre es, wenn unter dem Ja das Ja zum Partner und der Partnerin zu verstehen ist? Das bedingungslose Ja, den Anderen so zu sehen und zu akzeptieren, wie er oder sie wirklich ist, mit aller Entwicklung, Veränderung und neuem Denken. Und vor allem dem wahren Selbst des Anderen, das schon immer so war wie es ist und uns deshalb nie enttäuschen kann. (Nur dann, wenn wir den Anderen eigentlich gerne anders hätten, siehe E wie Enttäuschung auf www.emoratio.de)

Dieser Zustand von Akzeptanz und Toleranz und des Ja zu unseren Partnern verbunden mit der Treue zu uns selbst, ist für uns DER Weg einen anderen Menschen für ewig zu lieben.

Ja wie Ja, aber...

In unseren Seminaren und Coachings geben wir manchmal unseren Teilnehmern und Klienten, den rhetorischen „Rat“, auf das Wort ABER in ihrer Paar-Kommunikation zu verzichten. Und es ist dann immer wieder erstaunlich, wie viele synonyme Wörter für aber es in unserem deutschen Sprachschatz gibt. Von jedoch, über nur und obgleich bis hin zu nichtdestotrotz. Wir empfehlen, statt dieser Worte ganz einfach UND zu verwenden. Hier fügen wir gerne augenzwinkernd hinzu, dass es sich dabei natürlich nur um Wörter handelt, denn auch ein UND kann ich mit der Energie eines ABER verwenden.

Ist das jetzt Wortklauberei oder macht es tatsächlich einen Unterschied? Sicher macht es nur dann einen Unterschied, wenn ich diesen Wörtern tatsächlich eine andere Bedeutung gebe.

Sagt mein Partner etwas und ich reagiere darauf mit einem Ja, aber... wird er sich sicher nicht mit seiner Meinung,  seinen Gedanken, Gefühlen oder Anschauungen gesehen und akzeptiert fühlen. Reagiere ich auf ihn oder sie jedoch mit einem (tatsächlich empfundenen) Ja, und .... nehme ich seine bzw. ihre Meinung an und achte ihn oder sie damit.

Viele Menschen verwechseln dies manchmal damit, die Meinung des anderen dann automatisch als ihre eigene übernehmen zu müssen. Doch das ist gar nicht nötig. Es ist einer der vielen Beziehungsmythen, dass eine gute Beziehung bedeutet, möglichst immer einer Meinung zu sein. Vielmehr ist Annahme das Zaubermittel, das dazu führt, dass wir immer bessere Lösungen für unterschiedliche Blickwinkel finden. Den anderen in seiner Andersartigkeit anzunehmen, zu lieben und zu akzeptieren und genauso zu mir selbst und meiner Andersartigkeit zu stehen, darf immer mehr der Weg sein. Spannenderweise lösen sich mit dieser veränderten Haltung viele Konflikte von selbst auf. Denn sehr oft ist das vermeintliche Problem gar nicht das wirkliche Thema!

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Freude beim Ausprobieren neuer Worte und Haltungen und stehen Ihnen natürlich auch beim Erproben neuer Gedanken, Glaubenssätze und Verhaltensweisen im Seminar oder Coaching gerne zur Verfügung!