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X wie Xanthippe

Xanthippe war die Ehefrau von Sokrates und als solche der Inbegriff des zänkischen und streitlustigen Weibes. Ob es nun daran lag, dass Sokrates ein größeres Interesse daran hatte, mit anderen Menschen zu philosophieren, anstatt seiner Frau mehr Aufmerksamkeit zu schenken, oder ob es sich um eine charakterliche Gegebenheit von Xanthippe handelte, die sich auch durch mehr Hingabe und Nähe ihres Gatten nicht geändert hätte, werden wir wohl nie erfahren.

 

Viel spannender ist doch die Frage, was aus einer Frau von heute eine Xanthippe macht und ob und wie der Mann etwas dagegen tun kann? Und ob es eigentlich auch männliche Xanthippen gibt? Aus unserer Sicht entsteht die Streitlust und das Nörgeln und Meckern, egal ob bei Mann oder Frau, aus unausgedrückten Gefühlen und ungelebten Wünschen und Bedürfnissen. Da sich einige dieser Wünsche und Träume nicht mit dem Erwartungsbild des Umfelds decken, passen sich viele Menschen an und werden unzufrieden. Der Groll auf sich selbst und die Hilflosigkeit scheinbar nichts ändern zu können, entlädt sich auf das Umfeld und tragischerweise oft auf die Menschen, die uns am meisten am Herzen liegen.

 

Was können wir nun tun? Der erste Schritt scheint für viele Menschen der schwierigste, denn es geht darum, mir einzugestehen, dass ich meckere und anklage. Und es wird viel leichter, wenn ich mir im gleichen Atemzug klar mache, dass ein Verändern dieses Verhaltens mir selbst am meisten nützt.

 

Im 2. Schritt geht es darum, aktiv die Verantwortung für mich und meine Gefühle zu übernehmen. Wenn ich einen anderen anklage und für mein scheinbares "Unglück" verantwortlich mache, fehlt mir in der Regel nur ein bisschen Mut und das Wissen, wie ich es anders machen kann. Für uns ist es die größte Freude, wenn wir Menschen im Seminar erleben, die plötzlich erkennen, wie viel Freiheit es bedeutet, nicht länger seinen Gefühlen ausgeliefert zu sein, sondern diese aktiv zu beeinflussen. Mit diesem Rüstzeug gehen die Menschen wieder mit mehr Leuchten in den Augen in ihr (Beziehungs-)Leben. Beobachten Sie mal bewusst Ihre Gedanken, wenn Sie sich schlecht fühlen und wenn Sie sich gut fühlen und Sie werden einen großen Unterschied entdecken. Die Frage ist, für welche Art von Gedanken und die damit verbundenen Gefühle werden Sie sich zukünftig immer mehr entscheiden?

 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viele gute Gedanken und positive Gefühle und Freude daran, diese immer aktiver und bewusster zu Ihrem eigenen, und dem Wohl Ihrer Liebsten zu gestalten!