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D wie Dankbarkeit

Häufig passiert es, gerade in langjährigen Beziehungen, dass wir unseren Partner/unsere Partnerin als etwas Selbstverständliches ansehen. Die Aufmerksamkeit und das Engagement, das wir in der Kennenlernphase an den Tag gelegt haben, verschwindet meist in dem Moment, in dem wir uns des Anderen „sicher“, also fest zusammen sind. Die Zeit der rosaroten Brille geht vorbei und nach einem mehr oder weniger langen Zeitraum beginnen viele Paare, sich insbesondere auf die vermeintlich negativen Aspekte des Anderen zu fokussieren. Das ist in unserer Gesellschaft leider sehr normal. Unser Schul- und Berufssystem ist auf das Finden des Fehlers ausgerichtet, anstatt auf all die Dinge, die schön und stimmig sind. Diese Fehlerfokussierung befördert gerade in Beziehungen Konflikte, denn es impliziert, dass an meinem Partner/meiner Partnerin irgendetwas falsch sein könnte. Mein Partner/meine Partnerin ist aber einfach nur so, wie sie oder er schon immer war und die vielen Aspekte, die uns zusammen geführt haben, geraten mitunter ins Hintertreffen.

Beginnen Sie doch den heutigen Tag mit einer Visualisierung all der positiven Eigenschaften Ihres Partners/Ihrer Partnerin und erinnern Sie sich dadurch an die vielen wundervollen Momente und Gegebenheiten, die Sie miteinander schon hatten. Spüren Sie das Gefühl der Dankbarkeit für die vielen gemeinsamen Momente, das gemeinsam Geschaffene, gemeinsame Kinder und all die Geschenke, die Ihnen diese Beziehung bisher gebracht hat. Viel Freude beim Baden in diesen guten Gefühlen und seien Sie erstaunt, wie viel positiver Sie Ihren Partner/Ihre Partnerin beim nächsten Treffen sehen können!! Und vielleicht werden Sie auch von Dingen und Verhaltensweisen überrascht, die Sie bisher noch gar nicht kannten...!!

D wie Dasein

Auch und gerade in Beziehungen ist das Thema Aufmerksamkeit und Achtsamkeit ein wichtiger Aspekt. Besonders Partner, die sich schon sehr lange kennen, äußern häufig, dass sie sich blind verstehen. Das ist auf der einen Seite sehr schön und wir dürfen uns immer bewusst sein, dass auch der Partner, der an unserer Seite ist, nicht selbstverständlich ist und sich danach sehnt, immer wieder bewusst gesehen zu werden.

Es gibt eine schöne Beschreibung der 5 Arten des Zuhörens:

1. Gar nicht zuhören, 2. so tun, als würde ich zuhören (bin aber ganz woanders), 3. selektiv zuhören (nur das hören, was mich interessiert), 4. aufmerksam zuhören (geistig konzentriert), 5. einfühlsam zuhören (gefühlvoll).

In langjährigen Partnerschaften entwickelt sich die Art des Zuhörens leider manchmal in die falsche Richtung. Wir erleben es, dass der Partner zwar körperlich anwesend, aber doch nicht wirklich da ist. Und die meisten von Euch würden bestimmt zustimmen, dass sie auch häufig mit den Gedanken ganz woanders sind, wenn der Partner oder die Partnerin gerade etwas erzählt.

Dafür braucht sich niemand zu verurteilen, denn häufig fragen wir den anderen ja auch nicht, ob er oder sie gerade bereit ist, uns zuzuhören und sich mit dem Thema zu beschäftigen, das uns gerade bewegt. Deswegen ist es so schön, bewusste Zeiten miteinander zu verbringen, in denen alles andere keine Rolle spielt. Zeiten, in denen ich ausschließlich mit meinem Partner bin. Egal ob ihr Zwiegespräche führt oder einfach so eine schöne gemeinsame Zeit verbringt. Entscheidend ist, Du bist ausschließlich HIER und DA! 

Das gilt übrigens auch für das Zusammensein mit Euren Kindern. Lieber 5 Minuten volle Präsenz und Aufmerksamkeit, als eine Stunde Halbherzigkeit! Probiert es aus! Das Ergebnis wird euch überraschen Lächelnd

In diesem Sinne, viel Freude an Eurem Dasein und Eurer wachen und aufmerksamen Beziehung.