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H wie Hingabe

Im Zuge meiner Yogalehrer-Ausbildung besuchte ich vor 2 Wochen einen Workshop zum Thema „rotes Tantra“.

 

Wir waren alle etwas nervös, da man ja die unterschiedlichsten, teils haarsträubenden Sachen über Tantra hört und liest und wir nicht so recht wussten, was uns erwartet. Wir beruhigten uns damit, dass es sich ja um einen „seriösen“ Yoga-Lehrer handelte und da die Mehrzahl der Teilnehmer weiblich war, sicher auch wenig „praktische Übungen“ stattfinden würden.

 

Wir erfuhren, dass Tantra ein uraltes spirituelles Übungssystem ist, das von weisen Rishis in Indien entwickelt wurde. Es geht dabei erst mal nicht um Sex (die Rishis waren meist enthaltsame Mönche) sondern darum, die sexuelle Energie, welche die stärkste Energiequelle des Menschen ist, zu nutzen, zu intensivieren und zu lenken, um eine höhere Bewusstseinsebene zu erreichen, damit ein Gefühl der Einheit zu erfahren und letztendlich die Selbstverwirklichung zu erreichen. So weit so gut!

 

Leider hat Tantra wie gesagt heute eher ein negatives bzw. anrüchiges Image, das dem eigentlichen Ursprung und Sinn gar nicht gerecht wird. Denn es geht darin ganz viel um Hingabe und Verschmelzung.

 

Was bedeutet denn überhaupt Hingabe und wie können wir diese in unsere Beziehungen bringen, ohne gleich Tantriker werden zu müssen?

 

Hingabe bedeutet, sich voll und ganz auf etwas einzulassen und damit zu verschmelzen. Wir kennen dies häufig von Tätigkeiten, die uns absolut begeistern, die uns in einen Flow-Zustand versetzen. Wir nehmen nichts mehr um uns herum wahr und sind völlig im Hier und Jetzt!

 

Nun leben wir heute in einer Zeit, in der wir alle sehr kontrolliert sind und werden. Das führt zu Spannungen im Körper und in unserem Energiefluss. Da wird es mit der Hingabe an einen anderen Menschen manchmal schwer, denn dieses bedeutet totale Entspannung und Loslassen. Damit haben wir kopfgesteuerten Westler ja eher ein Problem.

 

Und deshalb ist ja vielleicht gerade der Jahresausklang ein guter Moment, inne zu halten und zu überlegen, was Sie als Paar oder Sie als Individuum tun können, um für mehr Entspannung und inneres Gleichgewicht in Ihrem Leben zu sorgen. Egal ob es ein Urlaub, die Anmeldung zum Yogakurs oder einer Kampfsportart ist, die Möglichkeiten sind so unterschiedlich, wie Sie es sind. Nur legen Sie los und sorgen Sie für sich, denn wie immer fängt alles bei uns selbst an.

H wie Hoffnung

Es gibt diesen schrecklichen Ausspruch: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“. Dieser Satz wird in der Regel sehr sarkastisch verwendet, nämlich in den Fällen, wenn quasi keine Hoffnung mehr besteht, oder sich Menschen vermeintlich Illusionen machen.

Und es ist auch wirklich nicht hilfreich, in einer unglücklichen Situation auszuharren, in der Hoffnung, der ANDERE oder die Umstände mögen sich doch ändern. Daraus würde nur eine schmerzhafte und nie endende Warteschleife entstehen.

Wir machen leider immer wieder in der Paarberatung die Erfahrung, dass einer in der Beziehung dann doch irgendwann die Hoffnung aufgibt und die Trennung einleitet. Erst dann werden so manche Partner oder Partnerinnen wach und sind endlich bereit auch ihren Beitrag zu leisten. Wie schade, wenn dann bei manchem die Hoffnung tatsächlich schon gestorben ist und es keinen Weg zurück zu geben scheint.

Für uns ist die Hoffnung eines der essenziellen Bestandteile für Menschen, die vielleicht momentan in ihrem Leben oder in ihrer Beziehung unglücklich sind oder glauben, dass sich bestimmte Dinge und Mechanismen nie ändern werden. Denn die Hoffnung ist die Art Energie, die wir brauchen, damit Dinge in Bewegung kommen und wir unser Ziel nicht aus den Augen verlieren. Die Hoffnung gibt uns Kraft, Mut und Durchhaltevermögen.

Der positive Weg ist, wenn aus der Hoffnung ein klares Bild davon erwächst, was ich mir im Leben und in meiner Beziehung wünsche. Der beste Fall ist der, dass beide hoffnungsvoll die Beziehungsherausforderungen angehen. Wenn ich voller selbstverantwortlicher Hoffnung bin, steigt auch automatisch das Vertrauen in mich selbst und das Leben. Ich übernehme Verantwortung für mich und sorge für mich und leite damit unweigerlich Veränderungen in meinem Umfeld ein.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen immer ein reich gefülltes Hoffnungskonto und viel Freude in Ihrer Beziehung!